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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - Eine Übung ersetzt viele Stunden Theorie
 

Handlungsorientierte Übungen für Moderation . Seminar . Workshop . Training

 

Unserer Auffassung nach werden Übungen im Seminar nicht allein zum Selbstzweck eingesetzt:

Mit einer Übung wird immer auch ein bestimmtes Ziel verfolgt, das zur jeweiligen Gruppensituation passt und den Teilnehmern andere Blickwinkel ermöglicht. Dabei stehen neue Erfahrungen und Erkenntnisse im Vordergrund.

Der Fokus der Aufmersamkeit kann mit Übungen auf Szenarien aus dem normalen Leben gerichtet sein und ggf. vorhandene Muster in eine erwünschte Richtung verändern.

Im Rahmen der Seminardramaturgie dienen Übungen auch einem besseren Verständnis von theoretischen Modellen oder Ausführungen.

Sie als Trainer und Coach werten gemeinsam mit den Teilnehmern die Erfahrungen aus, die im Verlauf der Übungen gesammelt wurden. So findet Lernen und Verändern mit Kopf und Herz und Hand statt.

Hier finden Übungen für gelungene Seminare, Workshops, Trainings oder Coachings.

Viel Erfolg

 

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Provokation als Methode in Führung, Beratung und Coaching

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„Möchten Sie wieder stundenlang um den heißen Brei reden oder können wir jetzt endlich zur Sache kommen?“ „Sie meinen, wir haben ein Problem? Nein, wir haben kein Problem, Sie sind das Problem!“ „Von wegen souverän. Seien Sie doch mal ehrlich, Sie haben die Hosen gestrichen voll.“

Unverschämtheiten oder Provokationen wie diese bergen die Gefahr von Kränkungen und eines Beziehungsabbruchs in sich, sie können jedoch auch im positiven Sinn einen Richtungswechsel bewirken. Unser Gegenüber wird aus seinen eingefahrenen Denk- und Verhaltensmustern gerissen, mehr Flexibilität und Kreativität sowie unvorhergesehene Gesprächsverläufe werden wahrscheinlicher. Das Gespräch kann spritziger und interessanter werden, die Betriebstemperatur steigt. Wir decken Verborgenes auf und kommen schneller auf den Punkt und somit zu einer Lösung.

Mich hat eine Führungskraft einmal mit folgenden Worten provoziert. „Herr Frohnert, Sie machen Ihren Job nicht!“ Im ersten Moment war ich wie vor den Kopf geschlagen und Stinksauer. Einen Tag später führte ich mit diesem Vorgesetzten ein Gespräch. Deutlich wurde, dass es unterschiedliche Rollenerwartungen zu den Aufgaben und zur Aufgabenerledigung von ihm an mich gab. Das Gespräch verlief in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre und hinterher mussten wir beide schmunzeln. Ich kannte diese Führungskraft lange und wir hatten ein gutes Vertrauensverhältnis.

Provokation kommt aus dem Lateinischen provocare und bedeutet herausfordern, herauslocken. Eine Provokation ist eine Herausforderung, durch die jemand zu (unbedachten) Handlungen veranlasst wird oder werden soll. Provokative Handlungen sprengen Verhaltensnormen, brechen Tabus und treffen das Gegenüber meist unerwartet. Als Provokateure übertreiben wir, sprechen Tabus aus und spielen mit Klischees. Wir legen unsere Finger in wunde Punkte, unterbrechen unser Gegenüber bewusst und sprechen seine unangenehmsten Gedanken und Gefühle aus. Wir werfen vorübergehend über Bord, was als Elemente von gelungener Kommunikation angesehen wird und zeigen genau gegenteiliges Verhalten.

 

Als Provokateure können wir im Grundverständnis an die historische Figur des Hofnarren anknüpfen. Dessen Aufgabe war es, Kritik an den bestehenden Verhältnissen am Hofe zu üben. Unberechenbar, unhöflich, respektlos, unverschämt und gerade die Welt am Hof karikierend war der Hofnarr eine soziale Institution zulässiger Kritik und sorgte für Unterhaltung und Humor unter den Vornehmen.

Überschritt der Hofnarr jedoch bestimmte Grenzen, riskierte er Kopf und Kragen. Entsprechendes gilt für uns. Gehen wir bei Tabubrüchen zu weit, vereiteln wir nicht nur unser Ziel, sondern riskieren die gesamte Beziehung: Kontaktabbruch, Feindseligkeit, gekränkter Rückzug, üble Nachrede, offene Aggression usw. können die Folgen sein.

Gekonntes Provozieren löst gemeinsames Lachen aus

Bei bewusst eingesetzten Provokationen soll unser Gesprächspartner nicht verletzt werden, wir rächen uns nicht für irgendetwas und benutzen die Provokation nicht als Ventil für eigene Gefühle oder Stimmungen. Wir setzen sie auch nicht ein, um uns auf Kosten anderer zu amüsieren und andere lächerlich zu machen, wie wir dies täglich im Fernsehen erleben.

Eine gekonnte Provokation beinhaltet auch immer ein gemeinsames Lachen oder Schmunzeln. Werden beispielsweise unsere Eigenheiten, Schwächen oder Schattenseiten übertrieben dargestellt und bis zur Karikatur überzeichnet, trifft das bei den meisten Menschen auf Humor. Vorausgesetzt, wir spüren, dass unser Gegenüber uns sympathisch findet und uns nicht nur mit unseren Sonnenseiten sondern auch mit unseren Schwächen akzeptiert.

Gezielter Einsatz von Provokation erlaubt uns auch Dinge auszusprechen, die wir denken und fühlen. Aus Gründen von Höflichkeit und Rücksichtnahme wagen wir oft nicht, Dinge auszusprechen, selbst solche, die offensichtlich sind. Brechen wir ein entsprechendes Tabu, über manche Dinge nicht zu sprechen, wie z. B., dass unser Gesprächspartner Körpergeruch hat, bekommt der Betreffende die Chance zu hören, was bisher nur hinter seinem Rücken über ihn kommuniziert wurde. Insofern ist es für den Provokateur oft ein Gewinn an Freiheit, Dinge anzusprechen, die er zuvor gemieden hat und profitieren andere ebenfalls davon.

Auf die richtige Balance kommt es an

Um die Gefahren von Provokationen zu vermeiden, ist die Balance in unserer Kommunikation zwischen provokativen Anteilen und glättenden, harmonischen Anteilen wichtig. Eine wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Provokation ist, dass die Beziehung stabil genug ist. Der Provokateur mag seinen Gesprächspartner und dieser weiß das. Je stärker die Provokation, desto mehr Vertrauen ist erforderlich. Denn unter Freunden hat die Aussage „Bei Dir herrscht ein Chaos auf dem Schreibtisch!“ oder „Du bist ein Dussel!“ eine andere Bedeutung als unter Fremden, die sich unsympathisch finden.

Weiterhin muss die Dosierung der Provokation stimmen. Es gehört eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Menschenkenntnis und Sensitivität dazu, einschätzen zu können, in welcher Schärfe Provokationen sinnvoll sind und wann über das Ziel hinausgeschossen würde.

Die Vielheit und Buntheit der Provokationen nimmt zu, je flexibler wir mental und emotional sind, schauspielerische Fähigkeiten erhöhen unser Verhaltensspektrum. Allein schon, wenn wir eine bestimmte Eigenschaft von unserem Gesprächspartner imitieren und bis zur Karikatur überzeichnen ist schauspielerisches Talent hilfreich. So können wir beispielsweise Opferverhalten, Flirten, autoritäres Verhalten, Beleidigtsein, Desinteresse, Überaktivität oder Pauschalverhalten spielen. Nicht vergessen dürfen wir dabei das gemeinsame Lachen oder Schmunzeln. Hohe Flexibilität wird vom Provokateur auch deswegen verlangt, weil die Reaktion des Provozierten in vielen Fällen ebenfalls unberechenbar ist. So muss er immer wieder neu entscheiden, was die richtige nächste Handlung ist. Ein vorgefertigtes Konzept nutzt dem Provokateur nichts.

Lassen Sie sich und Ihrem Gesprächspartner nach einer Provokation Zeit. Das Gespräch sollte nicht mit einer Provokation enden, sondern Sie sollten mit Ihrem Gesprächspartner noch eine Zeit lang in einer „normalen Betriebstemperatur“ kommunizieren. So können Sie sich auch vergewissern, dass Ihr Gesprächspartner Sie richtig verstanden hat und Sie ihn.

Entschließt sich jemand, in seine Kommunikation provokative Anteile einzubauen, empfehlen sich kleine Schritte. Neben den genannten Voraussetzungen sollten die provokativen Anteile zunächst besonders selten und kurz sein und weniger explosiv. Und Sie sollten am Anfang darauf achten, dass Sie als Übungspartner nicht Ihren Chef nehmen sondern zunächst beispielsweise gute Freunde, die Ihnen einen Ausrutscher auch einmal verzeihen würden.

So vermeiden Sie die Gefahren von Provokationen. Sie und Ihre Gesprächspartner können in optimaler Weise von Provokationen als gezielt und professionell eingesetzter Methode profitieren und mehr Klarheit, mehr Spritzigkeit, mehr Tiefe, Authentizität und Effektivität in Alltagsgesprächen, Beratungen und Coaching erleben.

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Was mit Vielrednern tun?

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Kennen Sie das? Sie wollen mit einem Kollegen ein Thema besprechen. Und werden regelrecht zugetextet. Ohne Punkt und Komma werden Sie Zielpunkt eines unendlichen Monologs. „Wann atmet der eigentlich?“ denken Sie still und etwas gehässig für sich. Ja, der Vielredner, Dauerredner oder Geschwätzige kann schon mal die schlimmsten Seiten in einem wachrufen. Er redet endlos und lässt andere nicht zu Worte kommen. Und oft ist ihm das nicht einmal bewusst. Dabei schweift er vom Thema ab und weiß alles besser.

 

 

Doch wie kommen Sie zu Ihrem Redeanteil? Wie erreichen Sie ein Gespräch, in dem beide gewinnen?

Erst ich, dann du? Nicht mit dem Vielredner!

Natürliche Gesprächs- und Atempausen, in denen die Gesprächsanteile wechseln, tauchen beim Dauerredner meist nicht auf. Er hat meist unbewusst gelernt, mitten in seinem Satz zu atmen. Also zwischen Satzende und Satzanfang des nächsten Satzes entsteht kein Luftholen, in dem der andere einen Einwurf machen könnte. Eine gute (unbewusste!) Taktik, denn die meisten Menschen empfinden es als unhöflich, ihr Gegenüber mitten in dessen Satz zu unterbrechen. Aber die Lücke „dazwischen“ gibt es de facto nicht.

Machen Sie nicht diese Fehler!

Warten Sie nicht höflich auf eine natürliche Gesprächspause, in der Sie sprechen können. Es gibt sie in der Regel nicht.

Was tun?

  • Erst einmal reden lassen und zuhören.
  • Loben. Beispielsweise „Gut, dass du darauf auch geachtet hast.“
  • Stellen Sie keine allgemeinen Zusatz- und Anschlussfragen.
  • Stellen Sie allgemeine Bestätigungen wie Nicken, aha, okay, verstehe, ahäm und dergleichen ein. Denn dies ist eine Gesprächsaufforderung. Und genau das wollen Sie vermeiden.
  • Beim Luftholen fest und bestimmt ins Wort fallen. Einfach weiter sprechen. Dabei die Stimme nicht erheben und nicht druckvoll werden lassen. Ganz unbeirrt weiterreden.
  • Hilfreich ist es, wenn Sie dabei dem was Sie sagen wollen, einfach Worte wie gut, prima, okay etc. voranstellen. Beispiel: „Gut, dazu passt, dass ich gestern mit Herrn Schmidt gesprochen habe …“ Anmerkung: Das, was Sie sagen, muss überhaupt    nicht zu dem passen, was der Dauerredner vorher erzählt hat. Sehr wahrscheinlich    hat er das Gesprächsziel nämlich aus den Augen verloren und Sie führen ihn wieder dorthin.
  • Weisen Sie auf die Zeitbegrenzung hin. Wichtig ist dabei, dass Sie dann das Gespräch auch beenden. Sonst machen Sie sich unglaubwürdig. Seien Sie konsequent.
  • Stellen Sie gezielt nur sogenannte W-Fragen. „Wann genau soll …“. „“Welches ist die größte Schwierigkeit?“ Beim Abschweifen des Dauerredner führen Sie ihn mit exakt der gleichen Frage zum Thema zurück.
  • Markieren Sie das Gesprächsende mit einem Schlusssatz. „Eine letzte Bemerkung noch…“.

 

Hilfreich kann es auch sein, nach dem Gespräch dem Vielredner die eigenen Beobachtungen mitzuteilen.

Geben Sie Feedback. Sprechen Sie dabei von sich „Mir geht es so …“. Das verhindert Rechtfertigungen, die entstehen, wenn man sagt „Du machst immer …“. Sagen Sie zudem, was Sie sich für die Zukunft wünschen: „Ich wünsche mir, dass ich von dir nicht mehr …“.

Denken Sie auch bitte daran: Der Vielredner ist nicht „böse“. Sein Kommunikationsverhalten ist früh gelernt und lange ausgeübt. Meist fühlt er sich – unbewusst - nicht richtig verstanden. Und zwar weil die „ich-versteh-dich-Signale“ des Gesprächspartners ausbleiben, falsch oder unvollständig sind.

Deshalb der Tipp mit dem Paraphrasieren „Du meinst also, dass …?“.

Wenn nichts hilft, sagen Sie mit fester Stimme, aber humorvoll: „Hallooooo! Ich habe dich wirklich verstanden! Du kannst aufhören!“ Auch wenn der Andere anfangs verdutzt reagiert, lachen Sie humorvoll, denn meist erkennen beide schnell das Komische an dieser Wendung.

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